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„Unsere Sportplätze in Dühren“

Artur Mack, ein Ehrenmitglied erinnert sich …

„Unsere Sportplätze in Dühren“

Als ich 1946 nach Dühren kam, hatte der Sportverein schon eine Fußballmannschaft die aber auf einem viel zu kleinem Sportplatz ihrem Sport nachging. Dieser Platz lag am Seeweg. Jetzt befindet sich dort ein Spielplatz. Das eine Tor stand gleich am Wittiggraben, das andere am Schießrain. Natürlich war der Platz viel zu klein um darauf Verbandsspiele auszutragen. Auch war das Gelände absolut untauglich für einen Sportplatz, aber trotzdem musste sich der Verein damit begnügen und es wurden dann doch Verbandsspiele darauf ausgetragen. Links vom Platz war der Gänsegarten, ein total versumpftes Gelände mit einer Wasserfläche, zu der Manfred Schmitt jeden Morgen die Dührener Gänse getrieben hat. Am Schießrain war eine Quelle, von dort aus wurde Dühren jahrelang mit Wasser versorgt. Heute steht hier das Pumphaus – inzwischen ohne Pumpe. Das überschüssige Wasser dieser Quelle wurde in den Wittiggraben abgeleitet, dies nannten die Dührener „das Zuckerbierlesbründel“. Aber auch der Sportplatz an Sich war nur ein sumpfiges Wiesenstück und wurde aufopferungsvoll gepflegt, damit man darauf überhaupt spielen konnte. Gastmannschaften und Schiedsrichter waren unzufrieden mit diesem zu kleinen Platz, auf dem man vom eigenen Sechzehnmeterraum gefährlich auf das gegnerische Tor schießen konnte. Deshalb hat man versucht, einen größeren Platz zu bekommen.

Rechts neben dem Platz war eine Wiese, die Fasselwiese (heutiger Bolzplatz), sie war durch einen Wasserablaufgraben vom Sportplatz abgetrennt. Diese Wiese gehörte der Gemeinde und wurde jeweils dem Fasselhalter zur Fasselhaltung ( Bullen-und Vatertierhaltung für die Gemeinde) verpachtet, deshalb heißt sie die Fasselwiese. Damals war Heinrich Denk Vorstand des TSV und gleichzeitig Gemeinderat. Er setzte sich dafür ein, diese Wiese als Vergrößerung des Sportplatzes zu bekommen. Dies war aber gar nicht so einfach, denn so ein Stück Grasland war damals wegen der Ortsnähe sehr wertvoll als Grünfutter- und Heulieferant. Von der Gemeinde kam nicht die erhoffte Unterstützung und so zog sich das Sportplatzproblem immer mehr in die Länge. Eines Tages war es aber dann doch soweit: Wir, das heißt der Verein, bekamen die Zusage zur Erweiterung.

Dies löste im Dorf eine halbe Katastophe aus: Der Fasselhalter kündigte die Fasselhaltung. Das war schlimm, denn zu dieser Zeit war die Gemeinde noch verantwortlich für die Bullenhaltung und hatte dafür zu sorgen, dass im Dorf die Erhaltung des Viehbestandes garantiert blieb. Zum Glück war dann ein anderer Bauer, der im Vorstand des TSV war, bereit das Fasselhalten zu übernehmen.
Nun begann man den Platz zu drehen. Dazu musste der Wassergraben verdolt werden. Dies musste der TSV selbst machen und bezahlen.
Von einem Vereinsmitglied wurden diese Rohre an seinem Arbeitsplatz in Wiesloch selbst hergestellt und von Otto Sitzler auf seinem Lastwagen nach Dühren transportiert. Ich weiß noch wie die Rohre auf langen Stangen vom LKW herabgerutscht wurden und von uns jungen Spielern zum Graben gerollt wurden. Während des Verlegens wurde das Wasser der Quelle in den Gänsgarten umgeleitet. Die Arbeiten wurden von Franz Schramek geleitet.

Nach dem einebnen war der Weg frei den Platz zu drehen – ich glaube das war 1949. Das Spielfeld verlief jetzt entlang dem Wittiggraben Richtung See. Die Tore standen nun auf Höhe Gänsgarten (Heute Brücke zum Spielplatz) und Tabakschuppen. Es wurden Pappelbäume um den neuen Platz gepflanzt. Endlich hatte der Verein einen einigermaßen maßgetreuen Sportplatz. Natürlich hat das Umgestalten den Verein viel Geld gekostet. Daher haben wir Rasierklingen für eine Firma an Mitglieder, Bekannte, Verwandte und an jeden der uns unterstützen wollte verkauft.

Zu den Auswärtsspielen fuhren die Spieler und Zuschauer sehr oft auf dem Lastwagen von Otto Sitzler. Auf der Ladefläche wurden Pritschen und Bänke aufgestellt. In die Nachbarorte sind wir gelaufen. Ein Problem hat die Sportplatzvergrößerung nicht gelöst. Der neue Platz war trotz aller Arbeit doch nur eine besser gepflegte feuchte Wiese. Druckwasserquellen drückten immer wieder maulwurfartige Erdhügel heraus, die vor jedem Spiel eingeebnet werden mussten. Bei Regen verwandelte sich das Ganze in eine Schlammfläche. Trotz der vielen Arbeit übten wir jedes Jahr ein Theaterstück ein und führten es im Saal der Krone mit viel Erfolg auf.

Ich arbeitete damals in Bad Rappenau und bin nur am Wochenende in Dühren gewesen. Aber ich weiß noch, dass es immer wieder in der Vorstandschaft um einen neuen Sportplatz ging und dass die Meinungen sehr weit auseinandergingen. Inzwischen hatte Heinz Karolus in Dühren eingeheiratet und setzte sich sehr für den TSV ein. Wir machten immer wieder Vorschläge wo wir einen neuen Platz bauen könnten und das ärgerte unseren Vorsitzenden Heinrich Denk, hatte er sich doch so für die Sportplatzerweiterung eingesetzt.

Unsere Vorschläge: In der Kelterwiese (heute Ecke Kelterwiese Augrund ehemalige Tennishalle, also zwischen dem Tiefen Weg und der Kelterwiesen). Dort waren aber die Flüchtlingsgärten, die  mussten bleiben. Richtung Eschelbach (neben der AVIA Tankstelle). Das wäre aber zu dicht an der Bundesstraße. Immer wieder wurde es in der Vorstandschaft abgelehnt. Auch in der Gemeindeverwaltung hatten wir keine Rückendeckung. Die Gemeinde wollte nicht als Bauträger dienen.

Also spielten wir auf unserer Sumpfwiese weiter und ohne Clubhaus.

Unser Vereinsheim war oft in einer Wirtschaft mit Metzgerei. Da wurde dann im Schlachthaus für die Gastmannschaft warmes Wasser gemacht. Ging aber auch nicht immer. In folgenden Gasthäusern waren wir: Gasthaus Adler, dann im Engel (später Flamingo, heute Wohnhaus) und dann im Ratstüble (heute Hotel Restaurant Ratsube).

Wieder einmal gab es Streit im Verein und einige Spieler steckten das Fußballspielen auf, andere sind weggezogen. Wir bekamen große Schwierigkeiten überhaupt 11 Spieler zu finden. Wir spielten oftmals mit 9 oder 10 Mann und haben oft sehr hoch verloren, zum Teil auch zweistellig. aber wir ließen uns nicht entmutigen und wollten den Verein erhalten. Heinrich Steidel schaffte es immer wieder eine Mannschaft zusammenzutrommeln (und das ohne Telefon, Handy und Internet und wöchentlichen Arbeitszeiten von um die 50 Stunden). Leo Schramm und Konrad Allgeier hatten inzwischen eine Jugendmannschaft aufgebaut die sich zeigen ließ. Sie stand im Finale der badischen Meisterschaft. Diese Spieler konnten erfolgreich in die 1. Mannschaft eingebaut werden und wir hatten dann sofort eine sehr gute Mannschaft. Vorher war ich einer der  jüngsten Spieler und nun war ich einer der Ältesten.
Heinz Karolus hatte inzwischen den Vorsitz beim TSV von Heinrich Denk übernommen, der als Gemeinderat und TSV-Vorsitzender wegen der Sportplatzdebatte immer mehr in Bedrängnis kam. Es kam langsam wieder Bewegung in Sachen Sportplatzbau. Heinz Karolus und Bürgermeister Schneider wurden sich auf mir verborgene Weise über ein Grundstück einig. Sollte unser Wunsch nach einem neuen Platz doch noch in Erfüllung gehen?

Es wurde über die Vorgehensweise und Finanzierung debattiert. Wer schiebt den Platz am günstigsten? Wir kamen auf eine Schulkammeradin von mir, die einen amerikanischen Freund hatte der einer Pioniereinheit angehörte die ab und an zum Üben Flächen planierten. Wir stellten den Kontakt her und fuhren zu dritt nach Sandhausen wo der amerikanische Freund einen Termin ausgemacht hatte. Da unser Englisch gleich  Null war, verließen wir uns auf meine Schulkammeradin. Wir glaubten schon wir wären gescheitert, als der Ami ohne Worte das Zimmer verlies. Als er zurückkam bot er uns Zigaretten an und sagte auf deutsch:“Das Planieren eines Sportplatzes sei schon eine größere Sache und muss wohl organisiert sein. Ich werde veranlassen, dass eine Übung stattfindet. Ihr kümmert euch um den Sprit für die Fahrzeuge, sorgt für Unterkunft und Verpflegung der Pioniere.“ Nach der Unterschrift unter der Vereinbarung und einem Handschlag verabschiedeten wir uns. Mir als Nichtraucher war nach Genuss der filterlosen Zigarette bodenlos schlecht. Zuhause im Rathaus hat uns der Ratschreiber Abel für verrückt erklärt. Wäre Bürgermeister Schneider nicht dabei gewesen, der informiert war, hätte er uns rausgeschmissen. Sein schon öfters gemachter Spruch: „Ohne Geld einen Sportplatz bauen - ihr seid verrückt!“ hallte uns beim Verlassen des Rathauses nach. Ich habe mir kurz darauf den Fuß gebrochen und war außer Gefecht. So habe ich erlebt, dass eines Tages zwei Tieflader vorfuhren und mit der Arbeit begannen. Die Gemeindeverwaltung war darüber informiert. Auf dem neuen Platz habe ich nur noch in der zweiten Mannschaft und in ein paar Turnierspielen gespielt.1960 nach einem zweiten Beinbruch habe ich das Fußballspielen aufgegeben.

Dieser damals planierte und angelegte Sportplatz wurde 1981 auf Betreiben der Vorstandschaft um Friedhelm Brehm von der Stadt Sinsheim komplett renoviert und daneben ein Trainingsplatz angelegt. Wir spielen heute noch immer auf diesem Platz, der seither nicht mehr, obwohl dringen notwendig, renoviert wurde.

Dühren, im Dezember 2013

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